Einzelhandel in der Krise: Deutschland verliert 2026 fast 5000 Geschäfte
Der Handelsverband Deutschland schlägt Alarm und die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.
Wer in deutschen Innenstädten unterwegs ist, sieht es mit eigenen Augen: Leere Schaufenster, zugeklebte Ladenfronten, Immobilien, die auf bessere Zeiten warten. Was sich dort im Kleinen zeigt, belegt nun wieder eine aktuelle Prognose des Handelsverbandes Deutschland (HDE): Im Jahr 2026 werden 4900 Geschäfte verschwinden. Neueröffnungen sind dabei bereits eingerechnet.
Zum Vergleich: Vor zehn Jahren gab es bundesweit noch rund 366.800 Einzelhandelsgeschäfte. Ende dieses Jahres sollen es noch 296.600 sein. Ein Verlust von mehr als 70.000 Läden in einem Jahrzehnt.
HDE-Präsident Alexander von Preen, der die Zahlen im Vorfeld des Handelsimmobilienkongresses in Berlin vorstellte, warnt vor allem davor, sich an diesen Schwund zu gewöhnen. Seit zehn Jahren verliere Deutschland jährlich mindestens 4500 Geschäfte, so von Preen. In den Corona-Jahren zwischen 2020 und 2023 lag der Wert zeitweise sogar bei über 11.000. Eine Trendwende ist nicht erkennbar.
Für den Verband ist die Ursachenanalyse eindeutig: Eine seit Jahren lahmende Konsumstimmung, zu hohe Energiekosten, steigende Lohnnebenkosten und Vermieter, die auf starre Mietmodelle beharren, selbst wenn Läden leer stehen. Von Preen fordert von der Politik konkrete Maßnahmen: eine allgemeine Senkung der Stromsteuer sowie eine Deckelung der Lohnnebenkosten bei 40 Prozent. Und er richtet eine direkte Botschaft an die Vermieter: Umsatzorientierte Mieten seien längst überfällig. Leerstand, so von Preen, nutze niemandem.
Besonders in den Blick nimmt der HDE das Bundesbauministerium und die Kommunen. Denn wer eine lebendige Innenstadt will, braucht Geschäfte. Einkaufen sei nach wie vor der häufigste Grund für einen Innenstadtbesuch. Fehlen die Läden, fehlt auch der Grund zu kommen.
„Der Einzelhandel als Rückgrat lebendiger Innenstädte braucht bessere Rahmenbedingungen. Ansonsten erreichen immer mehr Stadtzentren Kipppunkte“,
so von Preen.
Der Verband wirbt deshalb für bessere steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten privater Investitionen in Innenstadtimmobilien. Öffentliche Gelder allein würden nicht ausreichen, um die Zentren wieder attraktiv zu machen.
Über diese Fragen diskutieren Fachleute aus Handel, Immobilienwirtschaft und Politik am 24. und 25. März beim Handelsimmobilienkongress in Berlin. Mit dabei ist auch Sabine Poschmann, Staatssekretärin im Bundesbauministerium. Ob aus diesen Gesprächen mehr wird als Appelle, bleibt abzuwarten.
(Text: Handelsverband Deutschland – HDE/hv/ks; Bild: AdobeStock_413189447)
Die letzten Artikel
Kreisstadt ruft zur Teilnahme am „Heimat shoppen“ auf
Neunkirchen. Die Kreisstadt lädt alle Neunkircher Einzelhändlerinnen und -händler, Gewerbetreibenden und Gastronomen zur Teilnahme an der Aktion „Heimat shoppen“ der IHK Saarland ein. Die Aktionstage finden in diesem Jahr am 12. und 13. September statt. Ziel der Kampagne ist die aktive Förderung des Erhalts lebendiger, vielfältiger und wirtschaftlich starker Innenstädte an Saar und Blies. An den Aktionstagen soll die Aufmerksamkeit verstärkt auf die zentrale Bedeutung lokaler Unternehmen gelenkt – und deren Leistung sichtbar gemacht sowie besonders wertgeschätzt werden. Händlerinnen und Händler, Gastronomen und Gewerbetreibende können die Aktion nutzen, um gemeinsam mit anderen Unternehmen zu zeigen, was Neunkirchen zu bieten hat.
Expertise von Fußgängerinnen und Fußgängern gefragt – Erste Ortsbegehung im Rahmen des Fußverkehrs-Checks am 24. Juni
Kaiserslautern. Die Route steht fest, am 24. Juni um 17 Uhr ist es soweit. Die erste Ortsbegehung im Rahmen des aktuell laufenden Fußverkehrs-Checks in Kaiserslautern beginnt. Die 1,6 Kilometer lange Route wird an insgesamt sieben Stationen über den Bännjerrück führen, im Fokus steht das Thema Barrierefreiheit. Die Route basiert auf den Wünschen und Anregungen aus der Bürgerschaft aus dem ersten Workshop, der im Mai stattfand. Eine Teilnahme an der Begehung ist aber freilich auch für Bürgerinnen und Bürger möglich, die am Auftaktworkshop nicht teilnehmen konnten. Die Verwaltung und das beauftragte Planungsbüro freuen sich über viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer! Auch die
Fußverkehr in Zweibrücken – Fortsetzung des Fußverkehrs-Checks mit einer öffentlichen Begehung
Zweibrücken. Als eine von zehn Kommunen nimmt die Stadt Zweibrücken in diesem Jahr an den Fußverkehrs-Checks Rheinland-Pfalz teil. Unter dem Motto „Schritt für Schritt zu attraktiven Ortszentren“ wird der Fußverkehr in Zweibrücken gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, der Politik und der Verwaltung genau unter die Lupe genommen. Der erste Beteiligungsbaustein war der gut besuchte Auftaktworkshop im Mai. Nun geht der Fußverkehrs-Check mit zwei Begehungen in die nächste Runde. Die erste Begehung in der Umgebung der Innenstadt führt über die Landauer Straße, entlang des Bleicherbachs, über die Saarlandstraße zur Rosengartenstraße. Von dort geht es über die Gutenbergstraße und den Schlossplatz bis

