13. IHK-Branchenforum Handel: Neue Konzepte für Innenstädte im Fokus
Koblenz. Über 250 Vertreter aus Handel, Gastronomie, Kommunen und Politik kamen beim 13. IHK-Branchenforum Handel in der Rhein-Mosel-Halle zusammen, um über die Zukunft der Innenstädte zu sprechen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Handel, Gastronomie, Kultur und Digitalisierung künftig zusammenwirken müssen.
Einkaufsort allein reicht nicht mehr. Das machte das 13. IHK-Branchenforum Handel der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz deutlich, zu dem rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Handel, Gastronomie, Dienstleistungswirtschaft, Kommunen, Stadtmarketing, Politik und Verwaltung in die Rhein-Mosel-Halle kamen. Diskutiert wurde, welche Konzepte Innenstädte künftig als Treffpunkt, Erlebnisraum und Aufenthaltsort tragen können.

Veränderte Konsumgewohnheiten und die fortschreitende Digitalisierung setzen die Zentren unter Druck. Gefragt sind laut den Teilnehmern Orte, die Einkaufen, Gastronomie, Kultur und Begegnung verbinden und einen Mehrwert bieten, der über den reinen Einkauf hinausgeht. Wie konkret das aussehen kann, zeigten in diesem Jahr erstmals angebotene Workshops. Die Teilnehmer erhielten praktische Einblicke in die Erstellung von Videos mit Künstlicher Intelligenz, den Aufbau eines eigenen Onlineshops sowie den Einsatz von Storytelling und KI im Kundenmarketing.
IHK-Vizepräsidentin Hildegard Kaefer, Vorsitzende des IHK-Handelsausschusses, betonte zur Eröffnung die Bedeutung des Handels für lebendige Städte und Gemeinden. „Der Handel ist weit mehr als ein Wirtschaftsfaktor. Er prägt das Gesicht unserer Innenstädte, schafft Begegnungsorte und trägt entscheidend zur Lebensqualität in unseren Kommunen bei“, sagte Kaefer. Mit Blick auf die neue Landesregierung forderte sie mehr Planungssicherheit bei verkaufsoffenen Sonntagen:
„Unsere Innenstädte brauchen attraktive Rahmenbedingungen. Dazu gehören auch rechtssichere verkaufsoffene Sonntage.“
Wirtschaftsminister Michael Ebling hob in seinem Grußwort ebenfalls die Bedeutung des Handels für die wirtschaftliche Entwicklung und die gesellschaftliche Lebendigkeit der Innenstädte in Rheinland-Pfalz hervor. Zugleich verwies er auf die Herausforderungen durch veränderte Kundenbedürfnisse, digitalen Wandel und wachsenden Wettbewerbsdruck.
In den Fachvorträgen von Prof. Dr. Andreas Hesse (Hochschule Koblenz) und Norbert Hegmann (ENSO eCommerce GmbH) ging es um die Erwartungen, die insbesondere jüngere Menschen heute an Innenstädte und Einkaufserlebnisse stellen. Attraktiv werden Zentren dort, wo Handel, Gastronomie, Kultur, Veranstaltungen und öffentliche Aufenthaltsflächen sinnvoll zusammenspielen. Beide Referenten zeigten zudem, wie digitale und stationäre Angebote zunehmend verschmelzen. Innovative Nahversorgungskonzepte verbinden moderne Technologien mit klassischen Einkaufsmöglichkeiten und eröffnen gerade kleineren Städten und ländlichen Regionen neue Perspektiven.
IHK-Hauptgeschäftsführer Arne Rössel zog zum Abschluss ein positives Fazit: „Das Branchenforum hat erneut gezeigt, wie groß das Interesse an zukunftsfähigen Konzepten für Handel und Innenstädte ist. Trotz vieler Herausforderungen gibt es zahlreiche innovative Ideen und erfolgreiche Praxisbeispiele. Entscheidend wird sein, die vielen guten Ansätze gemeinsam weiterzuentwickeln und in die Praxis zu bringen.“
Im Rahmen der Veranstaltung würdigte die IHK Koblenz zudem das langjährige ehrenamtliche Engagement von Hildegard Kaefer, die sich seit mehr als 30 Jahren für die Interessen des Handels und der regionalen Wirtschaft einsetzt und die Entwicklung des Handels in der Region maßgeblich mitgeprägt hat.
(Text: IHK Koblenz Pressemitteilung vom 14.08.2026/hv/ks; Bilder: Tino Balle)
Die letzten Artikel
Kostenfreies IHK-Webinar zur EmpCo-Richtlinie am 13. Oktober 2026
Seit dem 27. September 2026 gelten in Deutschland strengere Regeln für Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Welche Formulierungen Händler künftig noch verwenden dürfen und wo Vorsicht geboten ist, erklärt ein kostenfreies Webinar der IHK Koblenz am 13. Oktober. Mit der EmpCo-Richtlinie („Empowering Consumers for the Green Transition“) hat die Europäische Union die Anforderungen an Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen gegenüber Verbrauchern deutlich verschärft. Die EU will damit Greenwashing einen Riegel vorschieben und erreichen, dass sich Kunden auf grüne Werbeversprechen verlassen können. In Deutschland sind die neuen Vorgaben seit dem 27. September 2026 anzuwenden. Pauschale Umweltbegriffe im Fokus Für Händler bringt das spürbare Änderungen mit sich.
Google-Bewertungen löschen lassen: Neues Partnerangebot für Mitglieder
Der Handelsverband Südwest kooperiert jetzt mit einem spezialisierten Partner, der genau das übernimmt. Die digitale Reputation entscheidet heute oft vor dem eigentlichen Angebot über den Erfolg eines Geschäfts. Schon eine einzige, erfundene 1-Sterne-Rezension ohne realen Kundenkontakt kann den Gesamtschnitt eines Unternehmens massiv beschädigen. Genau hier setzt das neue Angebot an: Der Kooperationspartner prüft richtlinienwidrige, gefälschte oder erfundene Google-Bewertungen für das jeweilige Unternehmen und stößt bei Erfolgsaussicht eine Entfernung an. Eine kritische, aber wahrheitsgemäße Kundenmeinung bleibt davon unberührt, gemeldet wird ausschließlich bei einem konkreten Verstoß gegen die Google-Richtlinien. Ohne Vorkosten, ohne Grundgebühr, ohne Vertragslaufzeit. Drei Schritte bis zur geprüften Bewertung Auftrag einreichen:
Tarifabschluss im rheinland-pfälzischen Einzelhandel bringt Planungssicherheit für 150.000 Beschäftigte
Nach monatelangen Verhandlungen und mehreren Warnstreikwellen haben sich Arbeitgeberseite und ver.di im Einzel- und Versandhandel Rheinland-Pfalz auf einen neuen Entgelttarifvertrag geeinigt. Erleichterung in Mainz: Am 8. September 2026 stand fest, worauf viele Betriebe im Land seit dem Frühjahr gewartet hatten. Die Tarifparteien im rheinland-pfälzischen Einzelhandel haben sich geeinigt, nach zähen Verhandlungsrunden, Warnstreiks und wochenlangem Stillstand. Für den Handelsverband Südwest war das Ziel dabei von Anfang an klar: ein Ergebnis, das für die Beschäftigten spürbar ist, ohne die Betriebe im Land zu überfordern. „Wir haben in dieser Tarifrunde bis zur Grenze des wirtschaftlich Machbaren verhandelt. Viele Unternehmen im Land kämpfen mit rückläufigen




