Einzelhandel will weiterhin Bargeld akzeptieren – aber es gibt Probleme
Der Handelsverband Deutschland (HDE) erklärt, dass Kunden in Geschäften weiterhin mit Bargeld bezahlen können. Auch wenn es immer mehr Selbstbedienungskassen gibt, bieten fast alle Läden noch die Möglichkeit zur Barzahlung an. Allerdings wird es immer schwieriger und teurer für die Händler, das Bargeld zu verwalten.
Warum Geschäfte Bargeld akzeptieren
„Die Kunden entscheiden, ob Bargeld wichtig ist“, sagt Ulrich Binnebößel vom HDE. Viele Menschen zahlen noch immer bar, deshalb bieten die Händler diese Option an. Gleichzeitig bezahlen aber immer mehr Kunden mit Karte oder Smartphone. Trotzdem wird der Einzelhandel auch in Zukunft nicht auf Bargeld verzichten können, weil es einen starken Wettbewerb gibt und die Geschäfte auf die Wünsche aller Kunden eingehen müssen.
Selbstbedienungskassen ohne Bargeld sind die Ausnahme
Zwar gibt es immer mehr SB-Kassen, bei denen man nicht bar zahlen kann. Aber laut HDE verzichtet kein einziger Markt komplett auf Bargeld. Von den knapp 300.000 Einzelhandelsgeschäften in Deutschland haben nur etwa 11.000 SB-Kassen – das sind gerade mal 3,7 Prozent. Selbst im Lebensmittelhandel, wo es mehr SB-Kassen gibt, liegt die Quote nur bei 16 bis 17 Prozent.
Die Probleme mit der Bargeldversorgung
Der HDE warnt vor steigenden Kosten und Schwierigkeiten beim Umgang mit Bargeld. Banken schließen Filialen, die Bearbeitung wird teurer und viele Banken konzentrieren sich lieber auf bargeldlose Zahlungen. Auch bei den Geldtransport-Firmen gibt es weniger Wettbewerb, was die Preise nach oben treibt. „Wir müssen die Bargeldversorgung sichern, damit Geschäfte auch künftig Bargeld annehmen können“, betont Binnebößel.
Eine gesetzliche Pflicht zur Bargeldannahme hält der HDE für den falschen Weg. Das würde nur mehr Bürokratie schaffen, die angesichts der wackeligen Infrastruktur kaum umsetzbar wäre. Stattdessen sollten alle Beteiligten zusammenarbeiten, um eine funktionierende und bezahlbare Bargeldversorgung zu erhalten. Das Nationale Bargeldforum, eine Arbeitsgruppe unter Leitung der Bundesbank, arbeitet bereits an Lösungen für diese Probleme.
(Text: HDE/hv/ks; Bild: AdobeStock_99449927)
Die letzten Artikel
Fußverkehrs-Check Speyer: Stadt lädt Bürger und Handel zu zwei Begehungen ein
Speyer. Wie sicher, komfortabel und barrierefrei sind die Wege für Fußgänger in Speyer? Dieser Frage geht die Stadt im Rahmen des Fußverkehrs-Checks 2026 nach. Bei zwei öffentlichen Begehungen am 22. und 24. Juni können Bürger ihre Erfahrungen und Hinweise direkt einbringen. Anmeldung bis 18. Juni. Gut zu Fuß, gut für den Handel Speyer gehört zu den zehn Kommunen in Rheinland-Pfalz, die in diesem Jahr am Fußverkehrs-Check des Landes teilnehmen. Das Programm steht unter dem Motto „Gut zu Fuß in meiner Stadt“ und wird vollständig vom Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau im Rahmen des Schwerpunkts „Innenstädte der Zukunft“ finanziert. Den
Juwelier Lehmann in Landau: 135 Jahre Tradition und Leidenschaft für Schmuck und Uhren
Seit 1891 steht der Name Lehmann für Goldschmiedekunst und feinen Schmuck – heute führt Vera Lehmann das Traditionshaus in Landau bereits in vierter Generation. Die Geschichte von Juwelier Lehmann beginnt im Mai 1891, als Goldschmiedemeister Hermann Lehmann in der Langestraße in Waldkirch im Breisgau ein Schmuck- und Uhrenfachgeschäft mit eigener Goldschmiedewerkstatt eröffnet. Was als bescheidener Laden für Schmuck, Uhren und Goldarbeiten begann, legte den Grundstein für eine bemerkenswerte Familiengeschichte, die bis heute andauert. In den frühen 1930er Jahren übernahm Artur Fritz Lehmann, Neffe des Gründers und selbst gelernter Goldschmied, gemeinsam mit seiner Ehefrau Auguste das Geschäft. Artur Fritz hatte seine Gesellenprüfung
FOC Montabaur: Koblenz verzichtet auf Klage gegen die Erweiterung
Bild: Großer Markt in Montabaur Das Factory Outlet Center in Montabaur darf seine Verkaufsfläche von 10.000 auf knapp 20.000 Quadratmeter verdoppeln. Die Stadt Koblenz hat sich nach jahrelangem Widerstand nun entschieden, nicht gegen den Bebauungsplan zu klagen. Die Erfolgsaussichten seien zu gering. Für den Einzelhandel in der Region bleibt damit eine zentrale Frage offen: Wer schützt die Innenstädte vor immer größeren Vorhaben auf der grünen Wiese? Was ist passiert? Der Koblenzer Stadtrat hat Ende Mai 2026 mehrheitlich beschlossen, auf eine Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan für die FOC-Erweiterung zu verzichten. Nur die Fraktionen von CDU und Freien Wählern stimmten für eine Klage.

