Aufklärungskampagne 2026 • Dropshipping

Der ehrlichste Shop der Welt

Großhandel in der Krise – Was bedeutet das für den Einzelhandel?

Großhandel in der Krise – Was bedeutet das für den Einzelhandel?

Veröffentlicht am: 30. Januar 2026

Eingetrübte Stimmung und verhaltener Ausblick: Die aktuelle Konjunkturumfrage des BGA zeigt deutliche Warnsignale für die gesamte Handelskette

Die Stimmung im deutschen Großhandel hat sich zum Jahreswechsel 2025/2026 spürbar verschlechtert. Das ist das zentrale Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e. V. (BGA). Für den Einzelhandel sind diese Entwicklungen von erheblicher Bedeutung – denn was im Großhandel passiert, wirkt sich unmittelbar auf Warenverfügbarkeit, Preise und Konditionen aus.

Negative Umsatz- und Ertragsentwicklung erwartet

Die Großhandelsunternehmen rechnen weiterhin mit rückläufigen Umsätzen und Erträgen. Besonders betroffen ist der Produktionsverbindungshandel, doch auch im Konsumgütergroßhandel, dem direkten Vorlieferanten vieler Einzelhändler, erwarten die Unternehmen ein schwierigeres Umfeld.

Was bedeutet das für Einzelhändler?

  • Mögliche Preissteigerungen durch erhöhten Kostendruck beim Großhandel
  • Verschärfte Verhandlungspositionen bei Konditionen und Rabatten
  • Potenzielle Lieferengpässe bei einzelnen Warengruppen
  • Weniger Flexibilität bei Bestellmengen und Zahlungszielen

Hoher Wettbewerbs- und Kostendruck als Hauptursache

Der BGA benennt als wesentliche Gründe für die negative Entwicklung den hohen Wettbewerbs- und Kostendruck sowie die zunehmende Verunsicherung über die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Diese Faktoren treffen Einzel- und Großhandel gleichermaßen.

Zusätzlich verschärft die jüngste Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Zölle als politisches Druckmittel einzusetzen, die ohnehin angespannte Lage. Die möglichen Auswirkungen sind in der aktuellen Umfrage noch nicht vollständig berücksichtigt, könnten aber die Situation weiter belasten.

Investitionen fokussiert auf Digitalisierung

Trotz der schwierigen Lage investieren Großhändler weiterhin, allerdings sehr selektiv. Der Schwerpunkt liegt klar auf Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. Investitionen in andere Bereiche werden zurückgefahren.

Chance für den Einzelhandel: Wer jetzt ebenfalls in digitale Prozesse investiert, von digitalem Bestellwesen über automatisierte Warenwirtschaft bis hin zu KI-gestützter Sortimentsplanung, kann seine Wettbewerbsposition stärken und effizienter mit dem Großhandel zusammenarbeiten.

Beschäftigungsabbau und weniger Ausbildungsplätze

Besorgniserregend ist der Trend zum Personalabbau im Großhandel. Trotz anhaltendem Fachkräftebedarf werden Stellen abgebaut und weniger Auszubildende eingestellt. Dies könnte mittelfristig zu Serviceeinbußen und längeren Lieferzeiten führen.

Forderungen an die Politik – auch im Interesse des Einzelhandels

Der BGA fordert deutliche politische Weichenstellungen:

  • Entlastung bei Arbeits- und Energiekosten – Kosten, die auch im Einzelhandel massiv zu Buche schlagen
  • Bürokratieabbau auf nationaler und europäischer Ebene – ein Anliegen, das der gesamte Handel teilt
  • Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit durch wirtschaftspolitische Nachjustierungen

Die Umfrage zeigt: Bisherige Maßnahmen wie der „Investitions-Booster“ gehen an den Bedürfnissen der Unternehmen vorbei. Hier ist eine Kurskorrektur dringend erforderlich.

Fazit: Gemeinsam durch schwierige Zeiten

Die Entwicklung im Großhandel ist ein Frühindikator für den gesamten Handel. Einzelhändler sollten die Signale ernst nehmen und sich auf ein herausforderndes wirtschaftliches Umfeld einstellen:

✓ Frühzeitige Gespräche mit Lieferanten über Konditionen und Verfügbarkeiten führen

✓ Alternative Bezugsquellen prüfen und Lieferantenportfolio diversifizieren

✓ Eigene Kostenstrukturen optimieren und Effizienz steigern

✓ In Digitalisierung investieren, um konkurrenzfähig zu bleiben

✓ Kundenbindung intensivieren, um stabile Umsätze zu sichern

Die detaillierten Ergebnisse der Konjunkturumfrage sind in den „Trends & Analysen Großhandel 1/2026“ nachzulesen, abrufbar unter: www.bga.de

Gemeinsam mit starken Partnerschaften und vorausschauendem Handeln lassen sich auch schwierige Marktphasen meistern. Der Dialog zwischen Einzel- und Großhandel wird in den kommenden Monaten wichtiger denn je.

(Text: BGA/Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen e. V./hv/ks; Bild: AdobeStock_339153677)

Die letzten Artikel

Mainzer Sommer-Idee könnte Schule machen: Handel zeigt, wie Abkühlung zum Kundenmagnet wird

7. Juli 2026|HVSUEW, Top News|

Mainz. Wenn die Temperaturen steigen, zieht es viele Menschen eigentlich eher ins Freibad als in die Fußgängerzone. Der Mainzer Handel dreht diesen Trend jetzt um: Mit der Aktion „Cool down in the summer“ verwandeln zahlreiche Geschäfte die Innenstadt in eine erfrischende Wohlfühloase, statt sie bei Hitze leerlaufen zu lassen. Das Prinzip ist einfach und genau deshalb überzeugend. Teilnehmende Händler wie Preloved, Schuh Passion, vom FASS, per la Donna, The Capehouse, der Alpinsportladen oder Augenblick Optik bieten kostenfreie Chill-Plätze, kühle Getränke und das unkomplizierte Auffüllen mitgebrachter Trinkflaschen an. Bei Oh la la und in der Veganen Fleischerei gibt es zu jedem Einkauf

KI-Kennzeichnungspflicht ab 2. August 2026: Kostenfreies Webinar am 16. Juli

1. Juli 2026|Top News|

Ab dem 2. August 2026 gilt eine neue Transparenzpflicht für Unternehmen, die Künstliche Intelligenz einsetzen. Der AI Act der EU schreibt vor, dass KI-generierte Inhalte klar gekennzeichnet werden müssen, egal ob Text, Bild, Video oder Audio. Wer sich jetzt nicht darauf vorbereitet, riskiert rechtliche Konsequenzen. Viele Handelsunternehmen nutzen KI längst im Alltag. Produktbilder, Werbetexte oder Chatbots auf der eigenen Website, die Einsatzbereiche sind vielfältig. Mit der neuen Kennzeichnungspflicht wächst der Handlungsdruck. Offen bleiben für viele Betriebe zentrale Fragen: Was genau muss gekennzeichnet werden? Wen betrifft die Vorgabe, Anbieter oder Betreiber, oder beide? Und welche Risiken drohen bei einem Verstoß? Genau diese

Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz verabschiedet: Neue Pflichten für den Handel ab August

1. Juli 2026|Gesetzesänderungen, HVSUEW, Top News|

Der Bundestag hat am 11. Juni 2026 ein neues Verpackungsgesetz beschlossen, das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG). Der Bundesrat muss noch zustimmen, das gilt aber als Formsache. Ab dem 12. August 2026 greifen die neuen Regeln. Worum geht es? Ab August gilt EU-weit eine neue Verpackungsverordnung (PPWR). Das VerpackDG passt das deutsche Recht daran an und ersetzt das bisherige Verpackungsgesetz. Ziel der EU-Regel: weniger Verpackungsmüll, mehr Recycling. Was bedeutet das für Ihren Betrieb? Wer Ware verpackt verkauft, egal ob online oder im Laden, ist betroffen Verpackungen dürfen künftig nicht unnötig groß sein. Eine überdimensionierte Box um ein kleines Produkt wird zum Problem Für Verpackungen

Nach oben