Weniger Verlust, mehr Qualität: Handelsverband Südwest engagiert sich im Forschungsprojekt GReen Logistik
Der Handelsverband Südwest ist strategischer Partner im internationalen Projekt GReen Logistik, das Lebensmittelverluste entlang der Obstlieferketten in der Großregion nachhaltig reduzieren soll.
Bis zu 20 Prozent der landwirtschaftlichen Erzeugnisse gehen in der Großregion jedes Jahr verloren, bevor sie die Verbraucher erreichen. Obst (Äpfel, Birnen, Trauben, Mirabellen) ist dabei europaweit die Produktgruppe mit den höchsten Verlusten. Die EU bezifferte den Marktwert dieser Verluste im Jahr 2022 auf 132 Milliarden Euro. Ein erheblicher Teil davon ist vermeidbar.
Genau hier setzt das Projekt GReen Logistik an. Unter Federführung der htw saar arbeiten zehn Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und der Praxis der Lebensmittelkette von Januar 2026 bis Ende 2028 gemeinsam daran, innovative und kosteneffiziente Lösungen zu entwickeln, die auch für kleinere und mittlere Betriebe umsetzbar sind. Das Gesamtbudget beträgt rund 2,8 Millionen Euro, 60 Prozent werden durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert. Das Projekt ist Teil des Interreg-Programms Großregion und erstreckt sich auf Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Belgien.
Der Handelsverband Südwest bringt die Perspektive des Handels ein. Denn selbst die beste Technologie nützt wenig, wenn sie nicht im Alltag eines Großhändlers oder Lebensmitteleinzelhändlers ankommt. Die entwickelten Lösungen müssen praxistauglich, bezahlbar und in bestehende Abläufe integrierbar sein.
Konkret wird an zerstörungsfreien Qualitätsprüfverfahren gearbeitet, die akustische Sensoren, chemische Analysen und optische Systeme kombinieren. KI-gestützte Haltbarkeitsvorhersagen sollen helfen, Lager- und Transportbedingungen besser auf die tatsächliche Reife der Ware abzustimmen. Ergänzend untersucht das Projekt, welchen Einfluss die Fruchtqualität auf die Gesundheit der Endverbraucher hat.
Für den Handel bedeutet weniger Verlust nicht nur weniger weggeworfene Ware, sondern auch bessere Qualität beim Verbraucher, weniger Reklamationen, stabilere Lieferketten und eine geringere Umweltbelastung. Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Vernunft zeigen hier in dieselbe Richtung.
(Text: Handelsverband Südwest/ks; Foto: Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes)
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