HDE-Konsumbarometer Juni 2026: Verbraucherstimmung stabilisiert sich leicht
Trotz des anhaltenden Irankriegs hellt sich die Verbraucherstimmung in Deutschland zum Beginn des Junis leicht auf. Das zeigt das aktuelle HDE-Konsumbarometer, das monatlich vom Handelsblatt Research Institute im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland (HDE) erstellt wird. Der negative Trend stoppt vorerst. Von einer echten Erholung kann aber noch nicht die Rede sein.
Konsumzurückhaltung nimmt nicht weiter zu
Die Anschaffungsneigung der Verbraucher verändert sich gegenüber dem Vormonat kaum. Ein deutlicher Stimmungsumschwung ist das nicht, aber immerhin: Die Verschlechterung der vergangenen Monate setzt sich nicht weiter fort.
Gleichzeitig zeigt sich eine leichte Verschiebung beim Sparverhalten. Die Bereitschaft, einen größeren Teil des Einkommens zurückzulegen, sinkt leicht. Viele Haushalte scheinen ihre extreme Vorsicht etwas abzulegen. Ob daraus eine nachhaltige Konsumbelebung wird, bleibt abzuwarten.
Zugleich blicken die Verbraucher etwas optimistischer auf ihre persönliche Einkommenssituation. Möglicherweise macht sich hier die vorübergehende Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe bemerkbar, die Verbrauchern kurzfristig mehr finanziellen Spielraum verschafft.
Konjunkturerwartungen auf niedrigem Niveau stabil
Der Blick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung fällt weiterhin gedämpft aus. Die Konjunkturerwartungen der Verbraucher verändern sich gegenüber dem Vormonat kaum und liegen deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Zuletzt waren sie Anfang 2023 so niedrig.
Die Rahmenbedingungen bleiben schwierig: Der Sachverständigenrat hat seine Wachstumsprognose für 2026 bereits auf 0,5 Prozent halbiert. Die Schließung der Straße von Hormus infolge des Irankriegs belastet die Energieversorgung. JP Morgan erwartet die niedrigsten Ölvorräte Anfang September. Hinzu kommen steigende Unternehmensinsolvenzen und eine Arbeitslosenzahl, die im Jahresvergleich zugenommen hat.
Verbraucher rechnen mit sinkender Inflation
Ein positives Signal kommt von den Preiserwartungen. Die Verbraucher gehen davon aus, dass die Inflationsrate in den kommenden Monaten weiter sinkt. Die Verbraucherpreise lagen im Mai bei 2,6 Prozent, etwas weniger als im Vormonat. Auch bei den Zinsen rechnen die Befragten nicht mit einem weiteren Anstieg in nächster Zeit.
Was das für den Handel bedeutet
Für den stationären Handel in Rheinland-Pfalz und im Saarland bleibt die Lage herausfordernd. Die Kundschaft kauft zurückhaltend, die Kauflaune ist gedämpft. Das aktuelle Barometerniveau war zuletzt Anfang 2023 so niedrig.
Damit sich das ändert, braucht es vor allem eines: ein rasches Ende des Irankriegs. Erst dann kann der private Konsum das gesamtwirtschaftliche Wachstum im zweiten Halbjahr 2026 spürbar stützen. Der Handelsverband Südwest fordert deshalb weiterhin entschlossenes politisches Handeln: Bürokratieabbau, Entlastung bei Energie- und Unternehmenskosten sowie Investitionen in attraktive Innenstädte.
Weitere Informationen zum Konsumbarometer des HDE finden Sie hier.
(Quelle: HDE-Konsumbarometer Juni 2026, Handelsblatt Research Institute im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland e. V. – HDE/hv/ks; Bild: Handelsverband Deutschland e. V. – HDE)
Die letzten Artikel
Webinar: Rückzahlung von Corona-Soforthilfen
Wichtige Informationen für rheinland-pfälzische Unternehmen. Viele Unternehmen in Rheinland-Pfalz haben in letzter Zeit Post von der Förderbank ISB erhalten – und die Nachrichten sind nicht erfreulich: Es geht um die Rückforderung der Corona-Soforthilfen aus dem Frühjahr 2020. Doch sind diese Forderungen wirklich in jedem Fall rechtlich begründet? Um Klarheit in dieser Situation zu schaffen, bietet die IHK Pfalz am 12. März 2026 um 18:30 Uhr ein kostenloses Webinar via Microsoft Teams an. Betroffene Unternehmen erhalten dort alle wichtigen Informationen, um korrekt auf die Bescheide reagieren zu können. Im Webinar werden unter anderem folgende Fragen beantwortet: Welche Pflichten müssen Unternehmen beachten?
„Der ehrlichste Shop der Welt“ – Eine Kampagne, die zeigt, was hinter den Schnäppchen steckt
Wenigstens sind wir ehrlich. Mit diesem Claim startet eine ungewöhnliche Aufklärungskampagne, die zugleich entlarvend, humorvoll und wirtschaftspolitisch brisant ist. Hinter der Adresse Der ehrlichste Shop der Welt verbirgt sich kein Online-Shop, sondern eine der mutigsten Verbraucherschutzkampagnen, die der Südwesten seit Jahren gesehen hat. Ein Shop, der nichts verkauft und genau deshalb alles erklärt Wer auf Instagram, TikTok oder Facebook auf die Werbeanzeigen der Kampagne stößt, erkennt zunächst nichts Ungewöhnliches: professionell produzierte Video-Ads, emotionale Produktversprechen, vertraute Optik. Ein Handstaubsauger hier, ein 5-in-1-Hairstyler dort, Schuhe, eine Smartwatch, ein Kleid. Alles sieht aus wie tausend andere Angebote, die täglich durch die Feeds rollen.
Weniger Verlust, mehr Qualität: Handelsverband Südwest engagiert sich im Forschungsprojekt GReen Logistik
Der Handelsverband Südwest ist strategischer Partner im internationalen Projekt GReen Logistik, das Lebensmittelverluste entlang der Obstlieferketten in der Großregion nachhaltig reduzieren soll. Bis zu 20 Prozent der landwirtschaftlichen Erzeugnisse gehen in der Großregion jedes Jahr verloren, bevor sie die Verbraucher erreichen. Obst (Äpfel, Birnen, Trauben, Mirabellen) ist dabei europaweit die Produktgruppe mit den höchsten Verlusten. Die EU bezifferte den Marktwert dieser Verluste im Jahr 2022 auf 132 Milliarden Euro. Ein erheblicher Teil davon ist vermeidbar. Genau hier setzt das Projekt GReen Logistik an. Unter Federführung der htw saar arbeiten zehn Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und der Praxis der Lebensmittelkette von

