Sonntagsöffnung: Handelsverband Südwest fordert sechs frei wählbare Termine
Ob Bäckereien, Konditoreien oder Bibliotheken künftig länger am Sonntag öffnen dürfen, wird derzeit auf Bundesebene diskutiert. Der Handelsverband Südwest nutzt die Debatte, um eine eigene Forderung zu erneuern: Der stationäre Einzelhandel in Rheinland-Pfalz und im Saarland soll künftig an sechs Sonntagen im Jahr frei und ohne besonderen Anlass öffnen dürfen.
Warum die aktuelle Regelung nicht ausreicht
Nach den Ladenöffnungsgesetzen in Rheinland-Pfalz und im Saarland sind Sonntagsöffnungen im Einzelhandel schon heute grundsätzlich möglich, allerdings nur in engem Rahmen: maximal vier Sonntage im Jahr, gebunden an einen besonderen Anlass und mit einer Öffnungszeit von höchstens fünf Stunden. Diese Anlassbindung führt in der Praxis regelmäßig zu Rechtsunsicherheit: Kommunen genehmigen Sonntagsöffnungen, die anschließend durch verwaltungsgerichtliche Verfahren kurzfristig wieder gekippt werden. Für die Händler bedeutet das Planungsunsicherheit bei Personal, Logistik und Werbung, häufig verbunden mit bereits entstandenen Kosten für Marketingmaßnahmen, die dann ins Leere laufen.
Die Position des Handelsverband Südwest
Der Handelsverband Südwest spricht sich für eine klare, unbürokratische Lösung aus:
- Sechs Sonntage im Jahr, an denen der Einzelhandel in Rheinland-Pfalz und im Saarland öffnen darf, statt bisher vier
- Keine Bindung an einen besonderen Anlass wie ein Stadtfest oder eine Messe
- Freie Wählbarkeit der Termine durch Handel und Kommunen, statt der bisherigen Prüfung von Anlassbezug und Besucherprognose
- Rechtssicherheit für Kommunen und Händler, um kurzfristige Absagen bereits geplanter Öffnungen zu vermeiden
Damit positionieren wir uns bewusst zwischen einer vollständigen Freigabe aller Sonntage und der bisherigen, stark eingeschränkten Praxis. Einkaufen ist für viele Menschen längst Teil eines gemeinsamen Freizeiterlebnisses geworden, gerade in den Innenstädten. Der Handel soll dieses Bedürfnis planbar und ohne das Risiko kurzfristiger gerichtlicher Absagen bedienen können.
Wer Sonntagsöffnungen nicht mehr an Anlässe knüpft, sondern Handel und Kommunen die Wahl überlässt, schafft die Planungssicherheit, die Innenstädte und Einzelhandel gleichermaßen dringend brauchen.
(Text: Handelsverband Südwest e. V./ks; Bild: AdobeStock_379139624)
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