Immer mehr Hitzetage: HDE fordert Kühlung für Innenstädte, Politik in RLP und Saarland zieht nach
In den letzten Wochen herrschten vielerorts in Deutschland Temperaturen von mehr als 30 Grad. Für den Einzelhandel ist das längst kein Randthema mehr, sondern eine ernstzunehmende Belastung an seinem wichtigsten Standort, der Innenstadt.
Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat deshalb konkrete Forderungen an Städte und Kommunen formuliert. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth mahnt, der Klimawandel nehme den Einzelhandel an seinem Standort Nummer eins zunehmend in den Schwitzkasten, viele Kunden mieden die Hitze. Seine Forderung an die Politik:
- mehr Bäume und Grünflächen in den Zentren
- offene Wasserflächen und Brunnen
- Sonnensegel nach südeuropäischem Vorbild
- öffentliche Trinkwasserspender
- ausreichende finanzielle Ausstattung der Kommunen für flächendeckende Maßnahmen
Wie real der Zusammenhang zwischen Hitze und Kundenfrequenz ist, zeigen aktuelle Marktbeobachtungen. Bundesweit seien Rückgänge bei der Kundenfrequenz messbar, sobald die Temperaturen über 30 Grad steigen, so der HDE. Allerdings fällt der Effekt je nach Standort unterschiedlich aus. Manche Innenstädte berichten von stabilen oder sogar leicht steigenden Zahlen, andere von spürbaren Einbußen. Ein wiederkehrendes Muster gibt es trotzdem: Kunden verschieben ihre Einkäufe zunehmend in die kühleren Vormittags- und Abendstunden.
Auf kommunaler Ebene ist in Rheinland-Pfalz und im Saarland bereits einiges in Bewegung. Die Landeshauptstadt Saarbrücken hat 2026 einen eigenen Hitzeaktionsplan vorgestellt, mit Maßnahmen wie zusätzlichen Trinkwasserbrunnen, ausgewiesenen kühlen Aufenthaltsorten und mehr Straßenbäumen. Trier, das durch seine Tallage im Sommer regelmäßig zu den heißesten Städten Deutschlands zählt, setzt auf ein Förderprogramm für Dach- und Fassadenbegrünung sowie auf neu gestaltete Plätze mit Bäumen, Grünflächen und intelligenter Bewässerung. In vielen weiteren Kommunen der Region laufen ähnliche Förderprogramme zur Entsiegelung und Begrünung von Innenstadtflächen.
Für Händler lohnt sich ein Blick in die eigene Stadtverwaltung, gerade bei anstehenden Sanierungen von Fassaden, Höfen oder Ladenfronten kann eine kommunale Förderung mitgedacht werden. Kurzfristig helfen bereits einfache Mittel: Sonnenschutz vor Schaufenstern, kostenlose Trinkwasserangebote für Kunden oder eine Anpassung der Öffnungszeiten an die kühleren Tagesrandzeiten.
(Text: Handelsverband Deutschland (HDE)/hv/ks; Bild: AdobeStock_448715326)
Die letzten Artikel
PPWR-Konsultation: Frist für Feedback läuft bis 10. September
Die Europäische Kommission hat einen Entwurf zur Durchführungsverordnung zu Art. 44 der EU-Verpackungsverordnung (PPWR, EU 2025/40) veröffentlicht. Bis zum 10. September 2026 können Stellungnahmen zu dem Entwurf direkt bei der EU-Kommission eingereicht werden. Der Entwurf legt einheitliche Formate für die nationalen Herstellerregister und die Meldepflichten von Produzenten fest. Betroffen sind vor allem Hersteller und Inverkehrbringer von Verpackungen, etwa im Zusammenhang mit Eigenmarken oder Importware. Feedback einreichen Frist: 10. September 2026, Mitternacht (Brüsseler Zeit) Link zur Konsultation hier. Wer als Unternehmen von den geplanten Registrierungs- und Meldepflichten betroffen sein könnte, hat jetzt die Möglichkeit, direkt Rückmeldung zu geben. (Text: Handelsverband Südwest e.
Gewährleistung und Garantie: Neue EU-Label werden ab 27. September Pflicht
Ab dem 27. September 2026 müssen Händler zwei neue EU-Label einsetzen, die Kunden über gesetzliche Gewährleistung und freiwillige Herstellergarantien informieren. Die Regelung ist bereits beschlossen, jetzt ist Handeln gefragt. Die EU hat mit der sogenannten EmpCo-Richtlinie zwei neue Kennzeichnungspflichten eingeführt: das Gewährleistungslabel und, unter bestimmten Voraussetzungen, das Garantielabel. Beide sind Teil eines bereits verabschiedeten Gesetzes. Wie die Label genau aussehen müssen, legt eine eigene EU-Verordnung fest. Ab dem Stichtag gilt die Pflicht ohne Übergangsfrist. Zwei Label mit unterschiedlichem Aufwand Das Gewährleistungslabel betrifft praktisch jeden Betrieb, der Waren an Verbraucher verkauft. Es weist auf die gesetzliche Mängelhaftung von mindestens zwei Jahren hin,
HDE kritisiert Pläne für digitale Bonpflicht: „Wortbruch der Politik“
Der Handelsverband Deutschland (HDE) wehrt sich gegen die geplante Einführung einer verpflichtenden digitalen Bonpflicht ab 2028. Der Verband sieht darin eine Abkehr von Zusagen aus dem Koalitionsvertrag und warnt vor teuren Investitionen für Händler. Nach den aktuellen Plänen der Bundesregierung soll der klassische Papierbon zum 1. Januar 2028 wegfallen. An seine Stelle tritt eine verpflichtende elektronische Belegbereitstellung. Für den HDE ist das keine echte Entlastung. Im Koalitionsvertrag war die vollständige Abschaffung der Bonpflicht vereinbart worden, nicht deren Verlagerung auf ein digitales Format. HDE-Steuerexperte Ralph Brügelmann macht deutlich, dass die Belegpflicht damit faktisch bestehen bleibt, nur eben in anderer Form. Für Händler

