Mayen will Innenstadt mit privatem Engagement stärken – Land fördert neues BID-Projekt
Leerstände, veränderte Einkaufsgewohnheiten und mangelnde Aufenthaltsqualität – viele Innenstädte kämpfen mit diesen Problemen. Ein Instrument, das bundesweit zunehmend Erfolge zeigt, sind Business Improvement Districts (BIDs). Dabei schließen sich Immobilieneigentümer und Gewerbetreibende in einem Quartier zusammen und finanzieren gemeinsame Maßnahmen über eine Abgabe. Anders als bei freiwilligen Initiativen zahlen alle Eigentümer im BID-Gebiet – das schafft Planungssicherheit für langfristige Projekte.
Nach Koblenz und Diez bereitet nun auch Mayen die Einrichtung eines BID vor. Wirtschaftsstaatssekretärin Petra Dick-Walther übergab der Stadt kürzlich 15.000 Euro Anschubfinanzierung für Projektplanung und Marketing. Später können weitere 150.000 Euro für einen BID-Manager über maximal fünf Jahre beantragt werden.
Erfolgsmodelle
Hamburg führte 2005 als erstes Bundesland BIDs ein – heute gibt es dort knapp 40 Projekte. Das BID Neuer Wall investierte über fünf Jahre 6 Millionen Euro in die Quartiersentwicklung, größtenteils privat finanziert.
In Rheinland-Pfalz startete Anfang 2024 das erste BID in der Koblenzer Schlossstraße mit einem Budget von 900.000 Euro, zu über 83 Prozent privat finanziert. Bessere Aufenthaltsqualität und ein schlüssiger Branchenmix sollen der einstigen Haupteinkaufsstraße neue Impulse geben.
Diez ging bereits 2006/2007 einen eigenen Weg und gründete nach nordamerikanischem Vorbild eine Genossenschaft – lange bevor das Landesgesetz BIDs 2021 offiziell ermöglichte.
Kooperation als Schlüssel
Staatssekretärin Dick-Walther betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit: Die Geschäftsleute vor Ort hätten die besten Ideen und wüssten, wo Probleme liegen. Der Austausch zwischen den drei rheinland-pfälzischen BID-Standorten könne wertvolle Impulse liefern.
Erfahrungen aus Hamburg zeigen zentrale Erfolgsfaktoren: Große Eigentümer müssen früh eingebunden werden, transparente Strukturen erleichtern Entscheidungen, und geplante Baumaßnahmen brauchen die Zustimmung der Kommune.
Ob Mayen von den Erfahrungen profitieren kann, wird sich zeigen. Das wachsende Innenstadtnetzwerk in Rheinland-Pfalz bietet jedenfalls gute Voraussetzungen – und könnte weitere Städte ermutigen, selbst aktiv zu werden.
Hier finden Interessierte weitere Informationen.
(Text: Pressestelle Handelsverband Südwest/ks; Bild: EMC Studios/Pressestelle Stadt Mayen)
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